Yamatoyo Resin Sheller PE

Bevor ich auf die Schnur an sich eingehe werde ich euch etwas Hintergrundwissen über Yamatoyo geben. Die Firma ist hierzulande ja nicht wirklich bekannt.

Gegründet wurde sie im Jahr 1945, somit direkt nach Kriegsende von Yamato Yotegus, der begeisterte Angler war und nicht nur für sich, sondern auch für den japanischen Angelmarkt eine qualitativ hochwertige Angelschnur zu entwickeln.

Für ihn war das Angeln schon immer eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und in, er nannte es den Fluß des Lebens, für Kinder und Erwachsene Angler erschwinglich zu machen und mit Erfolg ans Wasser zu gehen.

Sein Hauptaugenmerk gilt nach wie vor dem hohen Qualitätsstandard und eben in heutiger Zeit auch der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz. Gerade in Japan ist das ein sehr große Thema.

Aber jetzt geht es weiter im eigentlichen Thema, der Resin Sheller. Ich war mit meiner bisherigen Schnur auf der Baitcaster eigentlich zufrieden. Eigentlich daher, dass sie doch einen Tick zu weich war. Auf der Spinning macht sie eine super Figur aber auch der Casting nicht in jeder Situation. Es gab je nach Situation immer wieder Klemmer die dann doch sehr oft nicht einfach lösbar waren und Peux a Peux immer weiter aufgeschnitten werden mussten. Es musste also eine Alternative her. Ich habe bewusst auf irgendwelche Fragen in einschlägigen Foren und Gruppen verzichtet da man dort  A, von jedem eine andere Meinung bekommt und B jeder der King in Sachen Schnur ist welche die Beste ist.

Ich habe mir dann einfach die Resin Sheller X4 in PE 1.0 besorgt und war, als sie ankam sehr überrascht wie fein sie doch ist. Ich meine es ist nicht meine erste geflochtene Schnur im 7kg Segment aber doch die bisher feinste. Auf dem Messgerät hat sie dann trocken etwas mehr als 6kg getragen was einem für mich guten Wert entspricht denn im Wasser verhält sich so etwas aufgrund der Kühlung des Wassers noch etwas anders.

Aufgespult und ab ans Wasser war die Devise. Die ersten Würfe waren noch etwas vorsichtig, da ich doch wegen des dünnen Durchmessers etwas wie soll ich es sagen, angespannt war. Wollte ich ja schließlich keinen Klemmer riskieren. Schon nach den ersten Würfen war ich hin und weg. Sie war nicht. Nur super fein, sondern für eine 4 fache geflochtene Schnur verdammt leise.

Dann passierte mir doch das Unglück. Klemmer… Dann mal hier und da gezuppelt und schon war er offen. Ich hab nur noch Wow gedacht. Klar könnte es ein Zufall gewesen sein aber mit späterer Stunde habe ich dann doch noch ein paar kleiner produziert und alle gingen problemlos wieder auf. Das war wirklich cool. Hatte ich bisher bei keiner anderen Schnur gehabt, dass sie sich einfach lösen ließen.

Ich fische fast ausschließlich im Fluß. Das bedeutet ich habe mit allerlei Steinen, Schutt, Steinpackungen, Muscheln und Holz im Wasser zu kämpfen. Klar schalte ich Fluorocarbon vor aber das hilft ja auch nur bedingt. Schließlich komme ich wegen der kurzen Ruten und des daraus resultierenden Winkels immer mal wieder der Packung, Treibgut oder Muscheln in Berührung. Da stelle ich für mich einen hohen Anspruch an eine gute Abriebfestigkeit der Schnur, nicht nur des Fluorocarbons. Auch diesen Punkt konnte ich nach den ersten beiden Angeltagen mehr als zufrieden abhaken. Bei direkten Kontakten hat sie noch gut gehalten auch wenn man deutliche Kampfspuren sah. Natürlich habe ich sie dann neu angeknotet aber viele Schnüre die ich vorher hatte waren bei gleichen Bedingungen sofort durch.

Beim Thema anknoten komme ich dann direkt zum Thema Knotenfestigkeit. Ein Thema das in Foren sehr oft diskutiert wird, welches denn nun der beste Verbindungsknoten ist. Ganz einfach. Der beste Knoten ist der der hält. Ich verbinde seit vielen Jahren die geflochtene Hauptschnur mit einem einfachen Schlagschnurknoten mit dem Fluorocarbon und der hält wirklich ohne Probleme. Das gilt übrigens auch für die dünneren Durchmesser der Resin Sheller in PE0.6. Da machen nur meine großen Finger die Probleme bei dem feinen Zwirn.

Aber einen Punkt habe ich noch vergessen. Die Farbe, beziehungsweise wie sie die Farbe hält über die Nutzungsdauer. Nach nun fast 4 Monaten ist sie immer noch schön orange. Klar nicht mehr frisch aus der Verpackung, aber sie hat kaum etwas an der Farbe eingebüßt. Das sieht man auch an den Ringen. Es sind keine Farbanhaftungen an den Inlays oder am Blank zu sehen. Dies gilt auch für die graue Variante. Ich gehöre zur Kategorie Angler, die dunkle und orangene Schnüre gut erkennen aber ich habe meine Schwierigkeiten zum Beispiel bei gelben oder Neon Schnüren je nach Lichteinfall. Das liegt bei mir an der Hornhautverkrümmung, weshalb ich an die Brille gefesselt bin. Die graue sehe ich selbst bei beginnender Dämmerung gegen die Wasserspiegelung sehr gut und weiß somit immer gut wo ich gerade mit dem Köder bin.

Mein Fazit zur Resin Sheller fällt ganz klar positiv aus. Der Preis der Schnur ist mit knapp unter 20€ für eine 150m Spule mehr als gut und jeder Euro lohnt sich. Wer eine erschwingliche und vor allem von der Performance lohnende Schnur für die Baitcaster oder Stationärrolle sucht wird von der Yamatoyo Resin Sheller nicht enttäuscht werden. Testet sie einfach. Unter folgendem Link könnt ihr sie direkt bestellen: https://www.japan-dream-tackle.de/produkt/yamatoyo-resin-sheller-4x-pe/

von Andi Smart, Dezember 2020

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